Donnerstag, 19. Oktober 2017

Nächtlicher Besucher in der Küche | 20.01.2017 | Namibia Diary 2017

< --- 19.01.2017 - TEIL 2 - Unsere Nacht im Etosha Nationalpark

Freitag, 20. Januar 2017 

Es fühlt sich an wie „nach Hause kommen“, als wir gegen 12:00 Uhr Okutala erreichen. Nach der kurzen Nacht und dem gemütlichen Schaukeln im Gameviewer sind wir ziemlich gerädert und freuen uns auf das Mittagessen. Natürlich wollen die „Daheimgebliebenen“ wissen, wie uns der Ausflug in den Etosha Nationalpark gefallen hat und so berichten wir bei Omelette und Salat von unseren aufregenden Erlebnissen. Am liebsten würden wir nach dem Mittag direkt in unsere weichen Betten fallen, doch erst muss der Gameviewer ausgeräumt werden. Auch die Zelte müssen wir noch mal aufbauen, damit sie vernünftig trocknen können. Diese Prozedur dauert eine gefühlte Ewigkeit. Als schließlich alles wieder auf der Lodge verstaut ist, gönnen wir uns schließlich ein kleines Päuschen. Die kurze Dusche ist eine Wohltat.

Zum Kaffee gibt es leckeren Zitronenkuchen. Nach der Stärkung machen wir uns zeitig auf den Weg zum Prep Room, um unsere Fütterungsrunde zu beginnen. Obwohl wir nur einen Tag weg waren, haben wir unsere tierischen Lieblinge ziemlich vermisst. Besonders überraschen können mich die kleinen Lämmchen. Nachdem das Füttern von Tag zu Tag besser geklappt hat, kommt mir der weiße Schatz heute bereits aufgeregt entgegengelaufen. Er kann es gar nicht abwarten und stürzt sich gierig auf die Nuckelflasche. Mittlerweile muss ich den Baby-Bock gar nicht mehr festhalten. Er hat sich an uns gewöhnt und läuft mir hinterher wie ein kleiner Hund. Sein Brüderchen trinkt ebenfalls besser aber noch lange nicht so gut wie er sollte. Als Fiona und Alana dazustoßen, überlegen wir, wie wir die Milch am besten in den kleinen Kerl hineinkriegen. Mehr durch Zufall stellt sich heraus, dass es nicht an der Milch sondern an der Flasche liegt, denn die Milch, die durch die vielen Versuche nicht im Mäulchen des Lämmchens sondern auf unseren Armen gelandet ist, schlabbert er problemlos. Also bilden wir mit unseren Händen einen Trichter, füllen die Milch hinein und lassen den kleinen Kerl so trinken. Hierfür benötigen wir viel Geduld. Gut, dass wir zu dritt sind, denn zwischenzeitlich sind die großen Ziegen von der „Weide“ zurück und grätschen sich immer wieder dazwischen. Insbesondere Lilly – diese doch recht anstrengende Ziege ist eine Handaufzucht. Sie ist noch recht jung und gefühlt im Teenager-Alter. Immer wieder versucht sie eifersüchtig die Lämmchen wegzudrängen, schnappt auch nach uns und beginnt sogar kleine Angriffe. Da sie bereits Hörner hat, muss man ganz schön auf der Hut sein – da kann so ein frecher Rempler auch mal wehtun. Sie ist sehr auf Menschen geprägt und sucht daher eher den Kontakt zu uns als zu ihren Artgenossen. Mindestens eine von uns ist also immer damit beschäftigt, die kleine Zicke abzulenken, damit die Lämmchen in Ruhe gefüttert werden können.




Ebenfalls im Ziegengehege dabei ist Hafeni, von der ich euch bisher noch gar nichts erzählt habe. Die kleine Oryx-Antilope kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Das Jungtier wurde, wenige Wochen vor meiner damaligen Ankunft, als Waise nach Okutala gebracht. Hafeni war noch sehr klein und musste mit der Flasche aufgezogen werden. Damit sie mit anderen Tieren aufwachsen konnte, wurde sie sehr bald zu den Ziegen gebracht, mit denen sie sich von Anfang an ganz gut verstanden hat. Man merkte sofort, dass ihr dieser Kontakt sehr gut tat. Problemlos trank sie ihre Milch, mit der wir sie täglich fütterten. Gegen Ende meiner ersten zwei Wochen war sie schon so weit, dass sie nur noch eine Flasche (anstatt zwei) brauchte, da sie sich immer mehr für die Luzerne und das Ziegenfutter interessierte. Eine tolle Entwicklung.

Hafeni 2017
Hafeni 2016
Nun, ein Jahr später, steht sie kurz vor ihrer Auswilderung. Sie ist ganz schön groß geworden. Aufgrund einer Verletzung am Horn, wird sie aktuell noch behandelt. Erst wenn diese abgeheilt ist, darf Hafeni ihre Ziegenfamilie verlassen. Milch bekommt sie schon lange keine mehr, trotzdem trottet sie ab und an zu uns und holt sich eine kleine Streicheleinheit ab. Ansonsten hält sie sich eher im Hintergrund und zeigt deutlich Respekt vor den Menschen, was ein gutes Zeichen ist.


Simone ist gerade mit neuangekommenen Lodge-Gästen auf großer Katzen- und Elefanten-Fütterungsrunde, weshalb diese heute für uns ausfällt. Zusammen mit Josua und Mathew füllen wir noch alle Eimer für den nächsten Tag auf und plaudern in gemütlicher Runde. Zum Abendessen gibt es heute wahnsinnig leckere selbstgemachte kleine Brötchen, Reis, Gemüse und zum Nachtisch Eis mit Früchten. Obwohl der Tag schon fast vorbei ist, steht uns tatsächlich noch ein weiteres kleines Highlight bevor. Täglich gegen 21:00 Uhr bekommt die Küchen-Crew nämlich tierischen Besuch, den wir bisher noch nicht kennengelernt haben. Heute legen wir uns auf die Lauer... und werden belohnt! Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich ein Stachelschwein! Der Bursche ist ganz schön groß und kann auch ziemlich gefährlich werden, wenn er sich bedroht fühlt. Seine Stacheln sind spitz und führen schnell zu unangenehmen und teils gefährlichen Verletzungen. Trotzdem bin ich begeistert und freue mich über diese Begegnung. Als er dann jedoch auf uns drei Mädels zugetrottet kommt, ist uns die Situation dann doch nicht mehr so geheuer.

Mit dem Gelächter der Küchen-Crew im Rücken, machen wir uns auf den Weg in unseren Bungalow. Wir sind hundemüde und es dauert nicht lang, bis wir tief und fest schlafen.


Fortsetzung folgt…!
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Mein Namibia Diary 2017:


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